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Kiu Sao (Brückenhand) 橋手

 

Kiu Sao läßt sich übersetzen mit Brückenhand. Dabei steht "Kiu" für Brücke und "Sao" bedeutet Hand.

 

Als Kiu Sao wird der Bereich des Armes von knapp unterhalb des Ellbogens bis hin zu den Handgelenken bezeichnet (entspricht also dem Unterarm).

Kiu Sao steht sinnbildlich auch für die „Brücke“ zwischen einem selbst und dem Gegner/Partner. Mit diesen Brückenarmen kann man auf den Gegner/Partner einwirken. Die Kiu Sao Techniken und deren Prinzipien sind in drei Bereiche unterteilt, die sich zum Teil ergänzen und auch überlagern können. So kann also eine Technik mehrere Prinzipien aufweisen.

Siehe die 3 Schätze.

 

Die Übungen mit Kiu Sao dienen zur Kontrolle des Gegners bzw. dessen Angriffen. Mit diesen Kiu Sao-Techniken lernt man die Angriffe des Gegners und die Kraft, die von diesen Angriffen ausgeht, zu spüren und zu beeinflussen. Somit kann man diese Kraft für seinen eigenen Vorteil verwenden.

 

 

Handhaltung bei den Kiu Sao Techniken:

Alle Finger der Hand, mit Ausnahme des Zeigefingers, werden gebeugt. Der Zeigefinger wird dabei ganz gestreckt gehalten. Dies soll anzeigen, daß sich die Konzentration bis in den Zeigefinger erstreckt. Außerdem hat die Brückenhand (bzw. Einfingerfaust) auch einen geschichtlichen Hintergrund.  

Nähere Details zu den Brückenarmen/Kiu Sao im Buch "Hung Gar Kuen - Im Zeichen des Tigers und des Kranichs"

 

Handhaltung Kiu Sao bzw. Dan Ji Sao

 

Abhärtungsübungen (Da Sam Sing) 打三星

Eine weitere Übung im Hung Gar Kuen ist das Abhärten der Arme und der Beine. Hierzu kann man mit einem starken Stock auf die Arme bzw. Beine schlagen, um diese unempfindlicher und stärker zu machen. Ebenso ist es möglich, gegen einen im Boden steckenden dicken Stamm (z. B. Baum) zu schlagen und zu treten.

Hierzu eignet sich auch eine Partnerübung, die sich „Da Sam Sing“ (drei Sterne-Schlagen) nennt. Zwei Partner stehen sich in Reiterstellung gegenüber und schlagen abwechselnd die Unterarme der gleichen Armseite (also rechts auf rechts und links auf links) gegeneinander. Die erste Technik ist ein Unterarmblock auf Höhe des Bauches. Auftreffen sollte dabei die Oberseite des Unterarmes. Als zweite Technik führen die Partner einen Block nach oben außen aus und schlagen hier wieder die Arme an der Armaußenseite (Daumenseite) gegeneinander. Zuletzt führen sie einen Block nach unten außen aus und schlagen hier die Arme mit der Handkantenseite aneinander. Dies sind die drei Punkte, die am Arm abgehärtet werden sollten. Dabei sollte man darauf achten, daß niemals die Arminnenseite getroffen wird, da hier viele Adern verlaufen, die so geschädigt werden können. Auch die Handgelenke und Ellbogengelenke sollten nicht getroffen werden. Die Trefferfläche befindet sich stets im Bereich des Brückenarms. Diese Übung kann man ergänzen, indem man zusätzlich noch die Schienbeine und die Waden gegeneinander schlägt.

 

Der Bereich zwischen Handgelenk und Ellbogengelenk wird als Brückenarm bezeichnet. Hiermit werden die Blocktechniken ausgeführt.

 

 

Die untere Bilderfolge zeigt die drei Positionen beim Da Sam Sing Training (Oberseite, Daumenseite, Kleinfingerseite).

 

 

Hölzerner Mann (Mok Yan Chong) 木人樁

Das Training mit dem Hölzernen Mann (auch Holzpuppe oder Wooden Dummy genannt) stellt ein sehr wichtiges Kapitel zum Erlernen von Kampftechniken dar. Jedoch sollte man vorher schon ein gewisses Maß an Abhärtungsübungen (z. B. Da Sam Sing) trainiert haben, um die Arme und Beine auf dieses Trainingsgerät vorzubereiten. Am Hölzernen Mann kann man sämtliche Techniken, die man mit der Ausübung der Handformen erlernt hat, anwenden. Das Arbeiten an diesem Trainingsgerät ist wie ein Kampf mit einem nahezu unbesiegbaren Gegner. Selbstverständlich kann man hier auch die Abfolge des Sam Sing üben. Ebenso lassen sich hier einfache Block- und Schlagkombinationen trainieren.

                 

Da die hölzernen Arme kräftig sind und beim Blocken nicht einfach nachgeben, lernt man im Laufe der Zeit richtig hart dagegen zu schlagen. Zusätzlich schult man mit schnellen Kombinationen (entweder frei entwickele Kombinationen oder Serien aus einer Handform) seine Flexibilität.                                              

Manche Kung Fu Stile haben auch spezielle Formen für das Trainieren am Holzdummy entwickelt. Jedoch halte ich persönlich nichts davon, da man alle Techniken, auch die aus den anderen Handformen, anwenden können muß. Es bringt nichts, wenn man nur die Techniken, die in der speziellen Holzmann-Form beinhaltet sind, am Dummy für reale Anwendung trainiert, während die Techniken aus den sonstigen Handformen untrainiert bleiben. Schließlich muß man sich mit allen Formen intensiv auseinandersetzen und da hat man an der Holzpuppe die beste Gelegenheit dazu. So lernt man letztlich die Handform erst richtig kennen und bekommt damit auch einen tieferen Einblick in die Kampftechniken des Stiles.

Durch regelmäßiges Trainieren an diesem Übungsgerät, verbessert sich schließlich die Bewegungsstruktur im Kampf und man entwickelt ein gutes Distanzgefühl, welches beim Zweikampf sehr wichtig ist. Die Arme und auch Beine (da man diese ebenso am Holzmann einsetzen kann) werden gekräftigt und widerstandsfähiger. Da man sich im Laufe der Zeit keine Gedanken mehr über eventuelle Verletzungen machen muß, kann man die Block- und Schlagtechniken gegen den Dummy immer schneller und kräftiger ausführen.

 

Arten von Hölzernen Männern:

 

Es gibt viele verschiedene Arten von Hölzernen Männern. So haben die meisten Kung Fu Stile ihre eigenen spezifischen Holzmänner entwickelt. Dabei wurden die jeweiligen Techniken der Stile berücksichtigt (weitere Armtechniken, kurze und enge Schläge, etc.). So ist die Anordnung der Holzarme entsprechend verschieden. Auch gibt es drehbare Stämme, bei denen auf beiden Seiten Holzarme angebracht sind, sodaß man beispielsweise den Kampf mit zwei Gegnern simulieren kann oder gleichzeitig zwei Leute an einer Holzpuppe trainieren können.

 

 

Verschiedene Ausführungen von Hölzernen Männern*:

* Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Varianten von Hölzernen Dummys

 

 

Natürlich kann man sich auch seinen eigenen Holzmann bauen, der speziell auf einen selbst abgestimmt ist (Größe des Stammes, Abstand der Holzarme, etc.). Dabei sollte aber auch berücksichtigt werden, welche Techniken man an diesem Gerät üben will.

Auch ist es gar nicht so schlecht, an mehreren verschiedenen Holzmännern zu trainieren, da man sich so immer individuell auf den „hölzernen Gegner“ einstellen muß. Dies hat den realen Hintergrund, daß man schließlich im Kampf auch keinen Idealgegner hat, sondern verschieden große und unterschiedlich aussehende Angreifer hat. 

 

==>Zur Übung am Hölzernen Mann wird in der Bo Chi Lam Hung Kuen Schule speziell die Hung Gar Mok Yan Kuen 洪家木人拳 gelehrt. Mit dieser "Holzmannform" können die traditionellen Hung Kuen Techniken direkt am Hölzernen Mann geübt und angewendet werden.

 

Eisenhandtraining 鐵掌功

 

Mit dem Eisenhandtraining werden die Hände, ähnlich wie die Arme beim Da Sam Sing, entsprechend abgehärtet, sodaß sie wesentlich kräftiger und widerstandsfähiger als untrainierte Hände sind. Wichtig ist das richtige Maß. Will man das Ziel zu schnell erreichen, kann man seine Hände nachhaltig schädigen. Die Hände sind ein sehr wertvolles Werkzeug des Menschen, mit einem ganz feinen Aufbau. Eine Zerstörung dieses Aufbaus kann die Hände irreparapel zerstören. Da die Hände gemäß der Reflexzonenlehre den gesamten Körper repräsentieren, können durch das falsche Eisenhandtraining die inneren Organe ebenso geschädigt werden, was schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben kann. Deshalb ist es wichtig mit gezielten Übungen die Hände abzuhärten. Hinzu kommt der Einsatz von Dit Da Medizin 跌打酒, die für die Gesunderhaltung der Hände unabdinbar ist. Eisenhandtraining ohne Dit Da Medizin ist nicht möglich.

 

Es gibt viele Übungen um die Hände abzuhärten. Es fängt bereits damit an, daß man Liegestützen auf den Fäusten und den Fingern ausführt. Eine weitere einfache Übung ist das Schlagen auf den Sandsack. Mit den Handflächen und dem Handrücken kann man auf Kissen schlagen, die mit verschiedenen Füllungen versehen sind. Hier eignet sich Sand, Trockenerbsen und sogar kleine Kieselsteine.

 

Eine weitere sehr bekannte Übung ist mit den Fingern in einen sandbefüllten Eimer zu stechen. Auch hier kann man mit der Füllung variieren. Für Fortgeschrittene kann der Eimer sogar mit kleinen Kieselsteinen gefüllt sein. Um die Hände auch "hitzebeständiger" zu machen, wird der Sand im Eimer erhitzt. Bei alledem ist aber die Anwendung von Dit Da Medizin niemals zu vergessen.

 

                                                                              

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